Grunderkrankungen: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED). Der Name leitet sich vom lateinischen Wort für Krankheit (Morbus) und dem Entdecker Burrill B. Crohn ab.

Kernpunkte der Erkrankung

  • Befall: Die Entzündung kann den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After betreffen. Am häufigsten ist jedoch der Übergang vom Dünndarm zum Dickdarm (terminales Ileum) betroffen.
  • Charakteristik: Typisch ist der „diskontinuierliche“ Befall – das bedeutet, dass sich entzündete Abschnitte mit völlig gesunden Darmanteilen abwechseln. Zudem können alle Schichten der Darmwand entzündet sein.
  • Verlauf: Die Krankheit verläuft meist in Schüben. Das bedeutet, es wechseln sich Phasen mit starken Beschwerden und beschwerdefreie Zeiten (Remission) ab.

Typische Symptome

  • Starke, oft krampfartige Bauchschmerzen
  • Chronische Durchfälle
  • Fieber, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und allgemeine Müdigkeit/Erschöpfung (Fatigue)
  • Mögliche Begleiterkrankungen außerhalb des Darms (z. B. an Gelenken, Haut oder Augen)
Quellangabe: DCCV

Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), die im Gegensatz zu Morbus Crohn ausschließlich den Dickdarm betrifft. Der Name setzt sich aus Colon (Dickdarm), der Endung -itis (Entzündung) und ulcerosa (geschwürig) zusammen.

Kernpunkte der Erkrankung

  • Befall: Die Entzündung beginnt fast immer im Mastdarm (Enddarm) und breitet sich von dort kontinuierlich nach oben in den Dickdarm aus. Andere Teile des Verdauungstrakts sind in der Regel nicht betroffen.
  • Charakteristik: Im Gegensatz zu Morbus Crohn ist bei der Colitis ulcerosa nur die oberste Schicht der Darmwand (die Schleimhaut) entzündet. Es entstehen oberflächliche Geschwüre, die leicht bluten.
  • Verlauf: Auch diese Erkrankung verläuft meist in Schüben. Es gibt Phasen hoher Aktivität und Phasen der Ruhe (Remission).

Typische Symptome

  • Häufige, oft blutig-schleimige Durchfälle
  • Schmerzhafter Stuhldrang (Tenesmen) und krampfartige Bauchschmerzen
  • Blutarmut (Anämie) durch den ständigen Blutverlust, was zu starker Müdigkeit führt.
  • Allgemeine körperliche Schwäche
  • Begleiterkrankungen an Haut, Augen oder Gelenken möglich
Quellangabe: DCCV

Bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind es vor allem die Colitis ulcerosa und der Morbus Crohn, die zur Anlage eines Stomas führen können. Eine CED kann über lange Zeit beschwerdefrei verlaufen. Wenn die Beschwerden jedoch häufig und schwer sind, kann ein Stoma die verlässlichste Lösung darstellen. Statt unberechenbarer Krankheitsschübe entscheidet man sich für ein berechenbares, mittelgroßes Übel – in der Regel auf Lebenszeit. Viele Betroffene kommen zur ILCO, nachdem sie sich bewusst für ein Stoma entschieden haben und  mit diesem Schritt meist sehr zufrieden sind. Als Ehrenamtlicher sollten Sie vermitteln: Ein Stoma ist vielleicht nicht „toll“, aber gut handhabbar – mit ihm ist ein nahezu normales, aktives Leben möglich. Schwieriger wird es, wenn Erwartungen enttäuscht werden, etwa durch Komplikationen nach der Operation oder eine ungünstige bzw. nicht fachgerecht angelegte Stomaanlage.

Morbus Crohn

  • Operationen am Dünn- oder Dickdarm führen häufig zur Resektion eines Darmsegments, ohne dass zwingend ein Stoma nötig ist.

  • Bei Morbus Crohn im Enddarm mit ausgeprägten Fisteln, starken Entzündungen oder Abszessen kann der Schließmuskel zerstört werden – dann ist eine Stomaanlage (Colostomie oder Ileostomie) oft unumgänglich.

  • Ein Stoma kann auch vorübergehend angelegt werden, um einen entzündeten Darmabschnitt oder frische Nahtverbindungen nach Teilentfernungen zu entlasten und die Heilung zu fördern.

  • Nach Verlust des gesamten Dickdarms hat sich ein ileoanaler Pouch bei Morbus Crohn nicht bewährt, da sich im Pouch meist rasch wieder Entzündungen bilden.

  • Zusammengefasst: Stomata bei Morbus Crohn sind je nach Situation temporär oder dauerhaft und werden insbesondere bei komplizierten Enddarmverläufen oder zum Schutz/Heilen nach OPs eingesetzt.

Colitis ulcerosa

  • Colitis ulcerosa kann durch Entfernung des gesamten Dickdarms funktionell „geheilt“ werden; als Alternative zur Ileostomie kommt häufig ein ileoanaler Pouch infrage, sofern der Schließmuskel ausreichend funktioniert.

  • Der ileoanale Pouch ist ein inneres Stuhlreservoir aus Dünndarm, verbunden mit dem Schließmuskel, sodass der Stuhlgang weiter auf natürlichem Weg erfolgen kann.

  • Zur Entlastung der Darmnähte wird bei der Pouch-Operation meist vorübergehend ein Stoma angelegt.

  • Die Kocksche Tasche ist eine kontinent angelegte Pouch-Variante mit dichtem, katheterisierbarem Stoma, gedacht bei unzureichender Schließmuskelfunktion.

  • Diese Kocksche Tasche wird heutzutage kaum noch angeboten, da nur wenige Chirurgen diese anspruchsvolle Technik routiniert durchführen.

Quelle: ILCO

Weitere medizinische Grundlagen zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) gibt es direkt auf den Seiten der DCCV.